Rum-Tasting-Set selbst zusammenstellen
Kategorien, Mengen und Reihenfolge für eine durchdachte Verkostung zu Hause
Statt ein fertiges Probierpaket zu kaufen, lässt sich ein Rum-Tasting-Set auch ganz einfach selbst zusammenstellen – aus Flaschen, die bereits im Schrank stehen, oder gezielt dazugekauft. Der Vorteil: Sie bestimmen Auswahl, Reihenfolge und Menge selbst und schneidern das Set exakt auf Ihren Geschmack oder den einer beschenkten Person zu. Dieser Ratgeber zeigt, welche Kategorien in ein ausgewogenes Set gehören, wie viel Menge pro Sorte sinnvoll ist und in welcher Reihenfolge Sie am meisten herausschmecken.
Warum ein eigenes Set zusammenstellen?
Fertige Tasting-Sets sind praktisch, aber sie legen die Auswahl bereits fest. Wer eine bestimmte Herkunftsregion vergleichen möchte, gezielt nur gereifte Rums nebeneinanderstellen will oder ein Set exakt auf den Geschmack einer beschenkten Person zuschneiden möchte, ist mit einer eigenen Auswahl oft flexibler. Ein weiterer Vorteil: Wenn im Schrank bereits einzelne Flaschen stehen, kostet ein eigenes Set nichts zusätzlich – es müssen lediglich passende Ergänzungen dazugekauft werden, um die Lücken im Spektrum zu schließen.
Der Aufwand ist überschaubar: Es braucht keine teure Ausstattung, sondern vor allem eine durchdachte Auswahl an Stilen und ein wenig Vorbereitung für die Verkostung selbst.
Die Grundkategorien für ein ausgewogenes Set
Ein Set, das ein möglichst breites Spektrum an Rum-Stilen zeigt, deckt in der Regel folgende Kategorien ab: einen hellen, ungereiften Rum für Frische und Klarheit, einen gereiften, goldbraunen Rum für Fassnoten und Reifecharakter, einen gewürzten Spiced Rum für einen deutlich anderen Stil, und – für Fortgeschrittene – eine Fassstärke-Abfüllung (Cask Strength) mit höherem Alkoholgehalt jenseits der üblichen 40 % Vol. Jede Kategorie bringt einen eigenen Aspekt in die Verkostung ein, sodass die Unterschiede zwischen den Sorten klar hervortreten.
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Wie viel Menge pro Sorte?
Für eine reine Verkostung reichen 2 bis 4 cl je Sorte – deutlich weniger, als die meisten in ein normales Glas einschenken würden. Diese kleine Menge genügt, um Farbe, Duft und Geschmack in Ruhe zu beurteilen, ohne dass die Verkostung in reinen Konsum übergeht. Wer volle Flaschen im Schrank hat, schenkt einfach die entsprechende Menge aus. Für ein Set zum Verschenken oder für unterwegs eignen sich kleine, wiederverwendbare Fläschchen, die sich mit Sorte und Datum beschriften lassen.
Wichtiger als die Menge ist ohnehin das Tempo: Nehmen Sie sich zwischen den Sorten Zeit, trinken Sie Wasser und verkosten Sie nicht mehr Sorten, als sich an einem Abend aufmerksam beurteilen lassen.
Die richtige Reihenfolge beim Verkosten
Eine bewährte Faustregel: hell vor dunkel und niedriger vor höherem Alkoholgehalt. Beginnen Sie mit dem hellen, ungereiften Rum, danach folgt der gereifte, goldbraune Rum, anschließend der Spiced Rum mit seinen zugesetzten Aromen, und den Abschluss bildet die Fassstärke-Abfüllung mit dem höchsten Alkoholgehalt. Diese Reihenfolge verhindert, dass ein intensiver, hochprozentiger Rum die Geschmacksnerven für die feineren, leichteren Sorten unempfindlich macht.
Zwischen den einzelnen Sorten hilft ein Schluck stilles Wasser und, falls vorhanden, ein neutraler Snack wie ungesalzene Cracker, um den Gaumen zurückzusetzen.
Gläser, Zubehör und Notizen
Ein Nosing-Glas mit sich nach oben verjüngender Form bündelt die Aromen besser als ein breites Tumbler-Glas – Details dazu und zur passenden Auswahl finden Sie in unserem Glas-Guide für Rum. Für jede Sorte ein eigenes, sauberes Glas zu verwenden, hilft zusätzlich, die Aromen nicht zu vermischen. Ein kleines Notizbuch oder eine einfache Tabelle mit Sorte, Herkunft laut Etikett und persönlichem Eindruck macht es leichter, sich später an die Unterschiede zu erinnern.
Einen Tasting-Abend mit Freunden planen
Wer sein Set nicht nur allein, sondern gemeinsam mit Freunden verkosten möchte, plant am besten ein paar Tage im Voraus. Vier bis sechs Gäste sind eine angenehme Runde – groß genug für Gespräche über die einzelnen Sorten, klein genug, dass jede und jeder in Ruhe zu Wort kommt und die Verkostung nicht zur reinen Trinkrunde wird. Laden Sie rechtzeitig ein und weisen Sie darauf hin, dass es sich um eine Verkostung in kleinen Mengen handelt, nicht um einen Trinkabend – das setzt von Anfang an den richtigen Rahmen.
Für den Ablauf hat sich eine feste Struktur bewährt: Begrüßung mit einem Glas Wasser statt gleich der ersten Rum-Probe, danach die vier bis sechs Sorten in der oben beschriebenen Reihenfolge, mit kurzen Pausen und Gesprächsrunden dazwischen. Rechnen Sie für eine entspannte Verkostung mit vier Sorten etwa 90 bis 120 Minuten – wer hetzt, verkostet oberflächlicher und schmeckt am Ende weniger heraus. Als Speisenbegleitung eignen sich neutrale Snacks wie Brot, ungesalzene Nüsse oder dunkle Schokolade; ausführliche Pairing-Ideen finden Sie in unserem Ratgeber Rum & Speisen.
Da die einzelnen Proben klein ausfallen, ist ein Tasting-Abend kein Anlass, um viel zu trinken. Wer mit dem Auto da ist oder lieber nüchtern bleibt, verkostet einfach mit, muss aber nicht jede Probe herunterschlucken – Ausspucken oder den Rest zurückgießen ist bei einer ernsthaften Verkostung völlig üblich. Stellen Sie zusätzlich stilles Wasser und ein alkoholfreies Getränk bereit, damit sich niemand unter Druck gesetzt fühlt, jede Sorte tatsächlich zu trinken. Der Abend bleibt so, was er sein soll: eine entspannte, aufmerksame Verkostung statt eines Wettbewerbs darüber, wer am meisten schafft.
Wer Lust hat, den Blick über den Tellerrand zu wagen: Auf unserer Schwesterseite whisky-online-kaufen.de gibt es eine vergleichbare Anleitung für einen Whisky-Tasting-Abend – praktisch, falls in der Runde auch Whisky-Fans dabei sind und der nächste Abend abwechslungsreicher werden soll.
Lieber ein fertiges Set?
Wer weniger Aufwand möchte oder gezielt nach kleinen Probierflaschen sucht, findet in unserem Vergleich Rum-Tasting-Sets im Vergleich bereits fertig zusammengestellte Sets in unterschiedlichen Preisklassen. Beide Wege – selbst zusammenstellen oder fertiges Set kaufen – führen zum gleichen Ziel: mehrere Rum-Stile in Ruhe kennenzulernen, statt sich vorschnell auf eine einzelne Flasche festzulegen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Sorten gehören in ein eigenes Tasting-Set?
Wie viel Rum brauche ich pro Sorte?
Muss ich mir extra kleine Fläschchen kaufen?
Ist ein selbst zusammengestelltes Set besser als ein fertiges?
Wie viele Gäste passen zu einem Tasting-Abend?
Passende Flaschen für Ihr Set
Von hell bis Cask Strength: Finden Sie die passenden Sorten für Ihre eigene Verkostung.
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